The most common type of distraction is outer distraction. In other words — the outer world of the senses distracts you from your inner world of feelings and the reality of the higher realms. […]

Enrichment is different from enjoyment or entertainment. You know that you would really enjoy that chocolate cake for example, but you may also decide that on that particular occasion, it will not enrich your spirit. Another day, the same cake may enrich your spirit. The point is that you are not a victim of your senses.

– Richard Rudd

Für diesen Post hatte ich eine lange, immer länger werdende Ausführung – Rant, eher – darüber geschrieben, wie ich mich habe völlig fehlleiten lassen von der Überzeugung, als Foodbloggerin müsse man auf jeden Fall immer Ganz Neue Dinge Erfinden. Obwohl es eigentlich das gar nicht ist, was ich am Bloggen wirklich mag. Ich habe endlich gemerkt, dass meine Obsession mit verrückten und möglichst komplizierten, neuen Geschmacks- und Texturkombinationen reine Ablenkung war. Ich war ihr Opfer – ein Opfer meiner Sinne, sowohl im Sinne des Zitats, wie auch in diesem. Komplex und abgefahren war – und ist immer noch – mein Crack, um es schön melodramatisch auszudrücken.

Den Rant, ähm, etwas längeren Text dazu werde ich in den kommenden Tagen posten. Er würde nämlich zu sehr von den hier abgebildeten Dingen ablenken.

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Denn: letzte Woche fiel mir auf, dass ich noch nie in meinem Leben Blueberry Muffins selbst gemacht habe. Vielleicht weil sie mir, wie das meiste süße Gebäck, gekauft einfach nicht sehr gut schmecken und entsprechend der Anreiz fehlte – ich dachte wohl, sie könnten generell nicht so lecker sein. Oder ich hab mir einfach nie Gedanken drum gemacht. Aber plötzlich gefiel mir die Idee in ein blaubeeriges, ganz einfaches, nicht zu süßes, saftiges Törtchen zu beißen, das einfach nur nach Beeren in Teigummantelung schmeckt. Ohne Ablenkung.

Deb meint, sie sind am ersten Tag am besten. Ich fand sie persönlich am zweiten Tag noch 100 Mal besser, weil sie so schrecklich schön durchgezogen, saftig, weich, samtig blaubeerig geworden waren dass wir es alle bedauerten, dass ich nicht die doppelte Menge gemacht hatte. Also. Blaubeermuffins. Klares Bauchgefühl – JA.

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Perfekte Blueberry Muffins

via Smitten Kitchen, unverändert weil perfekt
für 9 Stück


Zutaten

70 g Butter
100 g Zucker
Abrieb einer halben Zitrone
180 g saure Sahne
1 Ei (Kl. L)
1 1/2 tl Backpulver
1/4 tl Natron
1/4 tl Salz
195 g Mehl
215 (oder bis zu 275) g Heidelbeeren, frisch oder gefroren*
3 EL Rohrohrzucker oder brauner Zucker


Zubereitung

Ofen auf 190°C vorheizen. Eine Muffinform mit 9 Papierförmchen belegen, oder einen Bogen Backpapier in 9 Stücke schneiden und etwa so vorfalzen**.

Butter schmelzen, entweder im Topf oder gleich in einer großen Schüssel in der Mikrowelle. In der Schüssel mit Zucker, Abrieb, saurer Sahne und dem Ei verrühren. Backpulver, Natron und Salz zugeben und kurz unterrühren. Mehl und Beeren gleichzeitig dazugeben und alles mit einem Löffel verrühren, nur bis alles gerade so vermischt ist. Ein paar Streifen Mehl werden noch zu sehen sein.

Den Teig auf die Förmchen verteilen. Jeweils einen Teelöffel Rohrohrzucker*** darüber streuen.

Muffins etwa 25-30 Minuten backen. Stäbchenprobe machen (und von Blaubeermatsche absehen). In der Form 10 Minuten abkühlen lassen. Dann essen oder vollständig abkühlen lassen.


Hinweise, liebe Hinweise

*Gefrorene Beeren machen die Muffins meiner Einschätzung nach deutlich blaubeeriger, weil sie durch die angeschlagene Oberfläche mehr Saft in den Teig entlassen, was nicht verwunderlicherweise zu einem saftigeren und vor allem sehr blauen Muffin führt. Sind somit saisonunabhängig machbar. Siehe heutiges Datum.

**Hab sie nur so halb gefaltet, dann irgendwie in die Form reingestopft, Teig reingelöffelt, feddich. Sieht meines Erachtens prima aus.

***Scheint viel, ist aber gut. Macht die Oberfläche schön.

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