Gleich vorab muss ich klären: diese Blondies enthalten Erdnussbutter. Die Bezeichnug ist dennoch korrekt, weil Erdnüsse keine Nüsse sind, technically, sondern Hülsenfrüchte. Trotzdem ist es irreführend, ich weiß, aber die Bezeichnung “Nussigste Blondies ohne Nussstückchen” fand ich dann doch einen Hauch zu lang, und außerdem gefällt mir das Wort “Nussstückchen” nicht [Edit: ich bin kein Mensch meiner Worte und ändere sie ständig, s.o. Habe beschlossen dass längere Titel cool sind]

Es sind also Blondies mit nussigen Elementen, ohne die für mich immer störenden Stückchen. Nussigst eben. Ein ordentliche Portion beurre noisette (Nussbutter!), ein bisschen Peanut Butter for kicks, fast 50% Vollkornmehl für Biss, eine Prise Muskatnuss (auch keine echte Nuss!) für… Dekadenz? Und Ahornsirup für… Ahornsirup!!

Macht auf jeden Fall alles irgendwie sehr Sinn. (Aber im Zuge des Schreibens dieses Absatzes habe ich erfahren, dass auch Walnüsse keine Nüsse im botanischen Sinne sind! What??! Warum nennen wir die Dinge überhaupt beim Namen??)

Um auf meine letzten Food-bezogenen Einträge Bezug zu nehmen kommt das hier vielleicht etwas merkwürdig, aber dieses Rezept ist von mir. Ich habe es entwickelt.

Okay – ich habe wieder ein Smitten Kitchen Rezept als Vorlage genommen, aber die Umstände wollten es so, dass daraus etwas ganz anderes geworden ist. Sehr gut, meiner Meinung nach. Ich hab wieder viel gelernt, z.B. wenn man ein Rezept nimmt das normalerweise aus 50% Stückchen besteht und die Stückchen weglässt, bleibt sehr wenig Teig übrig! Komisch oder? Ich war überrascht.

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Daraufhin habe ich versucht, last minute ein “Cheesecake Swirl” zu improvisieren, damit die Blondies etwas dicker als 0,3 mm werden. Der “Cheesecake” war dann aber so flüssig dass er sich vollständig in den ursprünglichen Teig eingegliedert hat und sehr eigenartige, ausschließlich nach Ei und zu viel Muskatnuss schmeckende Dinge zur Folge hatte.

Ich musste es, entgegen meines Vorhabens, nicht mehr “Neues” zu machen, nochmal probieren. Also wurde das ursprüngliche Rezept verdoppelt, Peanut Butter eingearbeitet, und dann kam schon wieder der glorreichen Einfall, einfach mal Vollkornmehl zu benutzen, weil so ganz texturlos war mir das alles ein bisschen öde.

Bei diesem Versuch habe ich zum etwa zwanzigsten Mal gelernt, dass man die Mehl Type 405 nicht 1:1 durch Vollkornmehl ersetzen kann. Es saugt. Es saugt so richtig. Bröckelig waren die nächsten. Geschmacklich gut, aber zu vollkornig.

Das nächste Mal (insgesamt 4 Versuche gab es, yes, I know, what?) habe ich fast die Hälfte der vorherigen Vollkornmehlmenge weggelassen. Peanut Butter reduziert. Buttermenge erhöht. Wants pawn term dare worsted ladle gull hoe hat search putty yowler coils debt pimple colder Guilty Looks. 

You get it. Probiert halt. Und am Ende habe ich sogar herausgefunden, dass man für Blondies (wie auch für Brownies) echt Geduld haben muss, wenn man sich nicht am nächsten Tag etwas dümmlich vorkommen möchte, weil man direkt nach dem Backen gedacht hat, die Dinger schmecken ja gar nicht wirklich, das war dann wohl wieder ein Fail… NEIN. SIE BRAUCHEN IHREN SCHÖNHEITSSCHLAF. Und zwar am besten ungeschnitten, noch in der Form, abgedeckt in der hintersten Ecke eines Vorratsschrankes geparkt, sodass man nicht in Versuchung kommt, es doch mal zu versuchen.

Und dann. Ja. Und dann kann man sie mit dem wohligen Wissen, hier wartet Wonne auf mich, am nächsten Tag hervorholen, sofern man nicht vergessen hat, wo man sie versteckt hat. Und dann sind da wohlige, nussige, keksartig aber cremige, saftige kleine fudgy Bissen mit Biss, die nur verbessert werden könnten, indem sie Brownies wären. Aber eigentlich nicht. Eigentlich darf man sie nicht vergleichen.

Cremige Cookies. Just imagine.

Ach so: Habe ich erwähnt dass man nur 1! kleinen Topf braucht? Und! Habe ich erwähnt dass sie wegen Ahornsirup und Vollkornmehl quasi fast gesund sind, wenn man von der Butter, den Eiern, dem weißen Mehl und dem Zucker absieht? Außerdem: Habe ich erwähnt dass ich sie jetzt alle 3 Tage machen muss? Jetzt schon. Bitteschön.

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Nussige Blondies ohne Nüsse

für 24 Stück


Zutaten

200 g Butter
85 g Weizenvollkornmehl
45 g Peanut Butter*
100 g Ahornsirup (Grad C)
50 g Zuckerrübensirup
145 g Zucker
1/4 tl gemahlene Vanille
Prise Muskatnuss
1 tl Fleur de Sel oder 1/2 tl Meersalz
2 Eier (Kl. L)
110 g Mehl (Type 405)


Zubereitung

Ofen auf 175°C (mit Umluft) vorheizen. Eine 20×25 cm Form mit Backpapier belegen.

Butter in einem kleinen Topf bei hoher Hitze schmelzen und köcheln lassen, bis sie am Topfboden beginnt braun zu werden. Noch etwa eine Minute unter gelegentlichem Rühren mittelbraun werden lassen, dann von der Platte nehmen und sofort das Vollkornmehl dazugeben. Gut verrühren, dabei auch die braune Butter vom Topfboden abkratzen. Ein paar Minuten abkühlen lassen.

Alles von Peanut Butter bis Fleur de Sel zugeben und gut verrühren. Dann die Eier einrühren. Das helle Mehl zum Schluss zugeben und ebenfalls unterrühren. Teig in die vorbereitete Form füllen, in die Ecken streichen.

Blondies etwa 20-25 Minuten backen. Lieber eine Minute kürzer als länger. Herausholen und vollständig abkühlen lassen.

Form mit Folie abdecken und bis zum nächsten Tag im Schrank verstecken. Dann erst schneiden und verzehren. Reste bis zu 3 Tage in einem lufdichten Behälter aufbewahren.

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