Völlig wider Erwarten habe ich in den ersten zwei Wochen des neuen Jahres (für mich) erstaunliche, nicht geplante Vorsätze umgesetzt. Ob sie sich auch längerfristig durchsetzen werden wir sehen, aber bisher fühlt es sich alles sehr stimmig und ein bisschen surreal an. Aber so unverkrampft, ganz verrückt und untypisch für mich. So, wie man Veränderungen vielleicht angehen sollte, wenn nötig/Bock. Gerade das “sollte” ist hier zwar fehl am Platz, aber ihr wisst ja wie ich das meine. Weniger Sollen, mehr Dürfen.

Dazu habe ich zwei Punkte, aber zuerst muss ich dazu sagen: Das ist, wie immer, in erster Linie an mich. Ich stelle fest, ich lerne dazu. Ich gebe mir größte Mühe, mir diese Lektionen tagtäglich bewusst zu machen, damit sie haften bleiben.

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First but not least

Gar nicht erst Vorsätze machen. Wir wissen, dass sie nicht eingehalten werden. Ich denke, der Glaubenssatz “Dieses Jahr wird alles anders! (Aber eigentlich werde ich nach zwei Wochen aufgeben, wie jedes Jahr.)” ist bei so vielen so stark verankert dass es nur funktioniert einen so-called “Vorsatz” auch einzuhalten wenn er aus einem inneren Drang oder akuter Not heraus entsteht. Sonst bringt es nichts, sich irgendetwas aufzuerlegen, nur weil “sollte” – außer Frust. Und damit eine Verstärkung des alten Verhaltens.

Wenn wir ehrlich sind wissen wir meistens gar nicht, wem wir wirklich mit diesem Vorsatz dienen wollen. Möchtest du mit dieser neuen Verhaltensweise dein Leben verbessern oder geht es um deine Außenwirkung, die damit vermeintlich größer, toller, glamouröser werden soll? (Ego, you little bastard!)

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Das sind zwei grundverschiedene Intentionen, etwas zu ändern, und nur eine funktioniert – und erzielt nebenher ironischerweise auch das, was die andere aus purem unterdrückten Schmerz heraus bezwecken möchte, ohne sich bewusst zu sein dass ihre Erfüllung diesen nicht beseitigen wird.

Es “sollte” also vielmehr an einer grundsätzlich zustimmenden Haltung gearbeitet werden: Es ist so wie es ist. Kann ich es ändern? Will ich es ändern? (Manchmal sagt man sich ja auch, es sollte geändert werden, wäre aber eigentlich so erleichtert wenn man die Erlaubnis hätte, darauf einen Scheiß zu geben) …Dann – los!

Kann ich es nicht ändern? Dann lasse ich es bleiben und nutze meine Energie für mich. Nicht gegen Eigenschaften/Gewohnheiten an mir, die anders sein sollten. Für mich. Für Qualitäten, die ich pflegen will, die gedeihen dürfen. Gewohnheiten die sich durchsetzen wollen.

Der Unterschied zwischen gegen – mit implizierter Ablehnung dessen, was ist – und für – mit impliziertem Annehmen dessen, was ist – ist so enorm. Ersteres kämpft, bauscht auf, ist unzufrieden, macht sich schlimmstenfalls krank. Letzteres arbeitet mit dem Ist-Zustand und wandelt ihn so von innen heraus.

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Letztens

Stop fighting yourself!

Kam mir gestern in den Kopf nach einem Telefonat mit einer Freundin. Ging nicht mehr raus. Wäre nicht alles so viel leichter wenn wir einfach nur aufhören würden, uns selbst zu bekriegen?

Ist es nicht so? Hab ich das nicht in meinem letzten Eintrag geschrieben? (Der ist schon so weit in der Vergangenheit dass ich mich gar nicht erinnern kann.) Je mehr Energie wir in das Problem stecken statt in seine Lösung – in unser vermeintliches Nicht-Richtig-Sein – desto mehr wird es. Größer, unangenehmer.

Stop it. Nimm dich an. Du bist schon gut, exakt so wie du bist. Ernsthaft.

Gib dir doch mal selbst die Sanftheit, die du dir von deinen Mitmenschen wünschst. Stell dir eine Wolke vor, eine echte Wattewolke, und lass dich einfach gedanklich da rein fallen. Es ist gut, wie es ist. Ich bin genug. Alles, was gerade ist, ist gut. Weil ich daraus lernen darf. Und wenn das noch nicht geht: Weil ich leben darf! Und wenn es gerade schwierig ist, das toll zu finden: Ok. Es geht vorbei. Ich bin da. Und wenn alles kacke ist?

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Opposite Day Yay!

Radikal aber sanft versuche ich, die Erkenntnis umzusetzen, die sich mir letzten Sommer gezeigt hat. Eine dieser Weisheiten, die im Nachhinein so logisch, sinnvoll, natürlich erscheinen dass ich mir schon etwas bedeppert vorkomme, so lange in dem Glauben gelebt zu haben, ich müsse mir “einfach nur” etwas mehr Mühe geben oder so. Oder die Außenwelt hat es noch nicht verstanden und ich bin das arme kleine Opfertier, das keiner beachtet.

Nooooo.

Wenn du andere Ergebnisse sehen willst als bisher, musst du etwas anderes tun als bisher. Um genau zu sein: Mach das Gegenteil von dem, was bisher nicht funktioniert hat.

Basic & simple. Leicht aber schwer. Aber leicht. Aber schon echt schwer.

Dazu muss man sich erst einmal eingestehen dass dieses Wasauchimmer bisher nicht funktioniert hat. (Oder welches überhaupt.)

Klappt meistens erst, wenn man zum 56. Mal in diesem Bereich auf Ground Zero war. (Politisch voll uncool? Hab kein Gefühl für sowas. Trifft’s halt voll.) Den Schmerz braucht es, damit man hundertprozent sicher für sich sagen kann: Genug. Bis hierhin, nicht weiter. Jetzt wird es geändert. Sofort. Vorher kann man es versuchen, klar, aber wenn die Lektion noch nicht im Unterbewusstsein angekommen ist wird es so lange das Verhalten steuern, egal wie stark der vermeintliche Wille, dass es wieder zum Durchsetzen des alten Musters kommt. Schmerz ist hier wirklich unvermeidlich.

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Ein Beispiel

“Hoffen, die Finanzen sortieren sich schon von alleine.” Ich kenne ja meinen ungefähren Kontostand und Kopfrechnen kann ich auch ok, also passt das alles. Einfach Vertrauen haben. Wird schon. 

Ha, ha, ha… (gezwungenes Lächeln)

Für mich hat das noch nie funktioniert. Ich hänge seit etwa 5 Jahren fast dauerhaft im Minusbereich meines Kontos ab. Klar passt das. Nicht.

Zunächst musste ich mir also schmerzlich bewusst werden dass ich eigentlich völlig im Dunkeln über meine echte finanzielle Situation war. Verantwortung tatsächlich gleich Null. Schönrederei à la “Ich kann einfach nicht so gut mit Geld. Das ist mir zu anstrengend. Ich kann andere Sachen besser. Irgendwann lasse ich jemand anders das mit dem Geld machen. Ist einfach nicht meins, und das muss ich akzeptieren” – hinfort. Es ist mein Leben. Mein Geld, meine Verantwortung. Also muss ich wat anders machen. Führt kein Weg dran vorbei.

Ein paar Krisentage Anfang des Jahres haben mir das gezeigt. Auslaugung in jedem Lebensbereich, bis der finale Schlag in diesem kam.

Also änderte ich die Fragen mal.

Aus: Schon wieder? Wann hört das auf? Wann verdiene ich endlich mehr verficktes Geld? …wurde:

Wo ist hier das in Scheiße verpackte Geschenk?

Was ist die Einladung?

Was darf ich hier lernen?

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Das Gegenteil.

Bescheid wissen über jeden! scheiß! Cent! JEDEN CENT.

Nach einem Abend Recherche bin ich zur Datenerfassung bei YNAB gelandet, und es stellte sich heraus dass es – mit einem Tag Investition in anfängliche Einrichtung – mehr als easy ist einen echten Überblick zu haben. Nicht nur über das Was Ist, sondern auch über das Was Wird. So crazy.

In insgesamt drei Tagen habe ich meine finanzielle Situation komplett umkrempelt. Von grauer Wolke zu blauer Lagune. Kaum zu glauben. (Für mich, bisher.)

(Und darf ich kurz darüber reden, selbstverständlich not sponsored, wie geil YNAB ist? Meine Fresse, die haben an alles gedacht. Möglichst einfach, möglichst flexibel, möglichst klar, möglichst menschlich. Irgendwie alles. Kann kaum irgendeine App mehr empfehlen. Dieses Ding hat in zwei Wochen mein Leben schon mehr verändert als, als, ach, mir fällt vielleicht später ein passender Vergleich ein. Verdammt sehr krass toll verändert halt.)

Das gleiche Prinzip, in die gleiche Richtung, übertrage ich auch auf den Blog. Früher: Alles nach Schnauze/verfügbarer Zeit/Lust/Laune. Jetzt: Plan. Umsetzen. Die Veröffentlichung dieses Eintrags ist der Startschuss dazu. Bin extrem gespannt wie/ob das für mich so klappt. Klar bleibe ich flexibel – die Rezepte, die ich plane zu machen ändern sich quasi stündlich. Hauptsache ist für mich, ich bleibe bei den Terminen die ich mir vorgenommen habe. Wir werden sehen.

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Monkey Bread, anders

Dass ich es vor kurzem erst geschafft habe, diese Innovation auszuprobieren ist eigentlich eine Schande. Aber there you go. Es musste genau jetzt sein, damit ich genau jetzt meine Begeisterung dafür teilen darf.

Monkey Bread ist die perfekte Süßigkeit für mich.

Es besteht aus hefiger, heftig-softiger Fluffigkeit zum auseinanderzupfen, wovon ich schon immer Fan war. Selbst zu meinen absoluten Kuchenhass-Zeiten. Aber das kriegen die meisten Bäckereien/Konditoreien/Heimbäcker so nicht hin, wie ich es mag – nicht mit Pudding oder Marmelade vollgestopft, sondern nur wolkiger Teig mit dezenter Süße – weshalb ich lange Zeit nicht wusste, dass ich es genau so mag statt generell gar nicht. Schande.

Es hat im Original einen zimtig-karamellig-buttrigen Überzug rundherum, sodass es zu so gut wie gar keiner Krustenbildung kommt (auch ein von mir bei Hefeteigen stets meidenswertes Konzept – der harte, zähe Rand. Muss nicht sein). Da fällt mir auf dass ich unbedingt mal solch ein Getreideerzeugnis dämpfen sollte. Weniger als keine Kruste – Minuskruste!

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Irgendwie kam es dazu, dass mein eigentliches Vorhaben für den nächsten Eintrag – Laugendonuts mit Tahiniglasur und irgendeiner un-süßen Zartbitterschokoladenfüllung – geschmacklich auf Monkey Bread übertragen wurde.

Das war eine gute Idee. Habe Kakao mit Butter statt Schokolade verwendet (die wäre wahrscheinlich verbrannt/wäre mir zu schokoladig gewesen), und das Ergebnis ist eine gerade so genügend kakaoige, wolkige Wonne mit klebrig-nicht-zu-süßer, nussiger Ergänzung durch die Tahiniglasur, die wirklich bitte nicht fehlen sollte. Beim ersten Bissen hab ich innerlich gestöhnt. Es war so divine, und dass ich beinahe alles selbst gegessen habe macht mir absolut nichts aus. Ich würde es glatt gleich nochmal machen, hätte ich nicht noch andere Dinge vor.

Dieses Mal habe ich auch mal nur Hefe benutzt, statt meine heißgeliebte Lievito Madre – aus dem einfachen Grund dass ich vergessen hatte, sie vorher aufzufrischen. Also bittesehr, du brauchst nicht einmal eine italienische Mutterhefe für dieses Rezept. Und es ist Very Easy. Mach es so schnell du kannst. Over.

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Monkey Bread mit Kakao+Tahiniglasur

nach Smitten Kitchen (stark bearbeitet)
Tahiniglasur via Molly Yeh
für eine 22 cm Gugelhupfform*
reicht für mindestens 6 Personen
oder eine, über 3 Tage verteilt


Teig

455 g Mehl
10 g Frischhefe
50 g Zucker
250 g Milch (~40°C)
9 g Salz
60 g Butter, sehr weich

Überzug**

150 g Butter, geschmolzen
90 g Zucker
50 g Vollrohrzucker (oder 40 g Zucker)
15 g Kakaopulver
1/2 tl Zimt

Glasur

125 g Puderzucker
60 g Tahini
Prise Salz
Prise Zimt
~50 ml Wasser


Teig herstellen

Ofen auf 50°C vorheizen, dann ausschalten.

Mehl mit Hefe und Zucker in die Rührschüssel einer Küchenmaschine geben. Knethaken verwenden, auf erster Stufe vermischen. Milch nach und nach dazugießen, etwa 50 ml einbehalten. Den sich formenden Teig gut beobachten, erst den letzten Rest (langsam) zugeben wenn sich noch kein zusammenhängender Teig gebildet hat. Wenn der Teig sich von der Schüssel löst, die Küchenmaschine ausschalten und den Teig 15 Minuten ruhen lassen.

Salz und Butter zugeben und auf erster Stufe einkneten, bis der Teig wieder homogen ist. Auf zweiter Stufe etwa 2 Minuten kneten, bis der Teig glatt und straff ist. Mit der Hand in der Schüssel mehrmals falten und zu einer Kugel formen. Die Schüssel mit Frischhaltefolie (oder Bienenwachstuch!) abdecken und etwa 3 Stunden im warmen, ausgeschalteten Ofen ruhen lassen. Wenn sich das Volumen verdoppelt hat, herausnehmen.

Monkey Bread zusammensetzen

Den Teig mit den Händen gut zusammenknüllen. Wir wollen feinporige kleine donutartige kakaogehüllte Brötchen, deshalb müssen die bei der Gare (=Teigruhe) entstandenen größere Luftblasen zerplatzt werden.

Geschmolzene Butter in einer Schale mit Gabel bereitstellen. Backform mit Butter einpinseln und beiseitestellen. Zucker, Kakao und Zimt in einer flachen Schale mischen, Esslöffel dazulegen.

Vom Teig ein etwa kastaniengroßes** Stück abreißen, zu einer Kugel formen indem man von außen nach innen faltet. Die Kugel in die Butter tauchen, mit der Gabel in die Kakaomischung fallen lassen. Mit Kakaomischung bedecken und in die Kuchenform geben. Wiederholen, bis der Teig aufgebraucht ist.

Mit Frischhaltefolie abdecken und eine Stunde im ausgeschalteten Ofen ruhen lassen. Herausnehmen, Ofen auf 190°C Umluft vorheizen. Folie entfernen. 30 Minuten backen, bis das Monkey Bread stark duftet.

5 Minuten in der Form abkühlen lassen, dann auf einen Teller stürzen.

Glasur herstellen

Puderzucker mit Tahini, Zimt und Salz verrühren. Wasser schluckweise zugeben bis die gewünchte Konsistenz erreicht ist – weich genug um sie leicht verteilen zu können, nicht flüssig.**** Über das heiße Monkey Bread verteilen. Kurz antrocken la-

NEIN ESSEN

Warm verzehren, am besten am gleichen Tag. Wenn etwas übrig bleiben sollte, mit Frischhaltefolie verpacken und bei Raumtemperatur lagern. Vor dem Essen aufwärmen!


Hinweise

*oder eine 20 cm Form mit einem 7,5 cm Dessertring in der Mitte 🙂 Bitte verwende keine Springform. Wenn nichts anderes vorhanden ist, sollte sie vor dem Backen in Alufolie gewickelt werden. Doppelt. (Ich spreche aus Erfahrung. Wie immer.)

**Diese Mengen haben für meinen ersten Versuch mit 64 sehr kleinen Bällchen gerade so gereicht. Beim nächsten Mal habe ich die Kugeln größer gemacht (s.u.) und hatte von Butter und Kakao-Zucker fast die Hälfte übrig. Es wird in jedem Fall entweder etwas übrig bleiben oder ein kleines bisschen zu wenig sein, aber besser gleich ein bisschen zu viel, oder? Die übriggebliebene Kakaomischung habe ich übrigens für (Trink-)Kakao verwendet, innovativ, oder? Und wenn dir keine Verwendung für übriggebliebene Butter einfällt frage ich mich sowieso, was du hier verloren hast. (Wäre hier ein sorrynotsorry-Hashtag angebracht? #sorrynotsorrybutalsoslightlysorry)

***Wie in den Fotos ersichtlich sind meine Kugeln längst nicht alle gleich kastaniengroß. “Normalerweise” (jetzt mit Empörung: was ist schon normal?!) macht man die Kugeln viel kleiner, mit etwa 2 cm Durchmesser (mir fällt keine Nuss in dieser Größe ein, k?). Ich mag aber weniger Kakao/Zucker und mehr Teig dazwischen, deshalb habe ich meine recht groß gemacht. Ich fand es geil genau so (kastaniengroße Kugeln), aber vielleicht magst du es süßer/mehr Bällchen. Dann mach’s anders. Es hat keinen Einfluss auf die Backzeit.

****Mein Sohn wollte immer wieder noch ein “biiiichhn” Wasser dazugeben, deswegen war meine recht flüssig. Hat dem ganzen keinen Abbruch getan, hätte aber fester sein dürfen.

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