Schreiben widerte mich die letzten Wochen an. Wenn ich es tat, ging es einfach nicht. Und es war nicht so als hätte ich es gar nicht versucht. Ich habe geschrieben. Aber es kamen ausschließlich Wortkombinationen heraus, die sich so weit entfernt von richtig anfühlten dass ich jedes Mal nach kurzer Zeit auf etwas anderes umsteigen musste.

Das Gefühl ist mir nicht neu, ich hatte es schließlich den ganzen letzten Sommer über, und davon abgesehen auch so ziemlich mein ganzes Leben lang. Ich wusste also mittlerweile: es geht vorbei. Ich wusste dass ich nur etwas Zeit brauchte, um irgendetwas – mir in dem Moment Unbekanntes – zu verarbeiten.

Womit ich allerdings im Gefühl selbst meistens nicht rechne ist wie sehr so eine Phase, auch so eine kurze, mich zum Schluss doch vorwärts katapultiert.

Ich habe im Folgenden die Ursachen aufgelistet, die für mich zum Blockiertsein führen können, wie ich sie auflöse, und was ich jeweils in dieser Hinsicht gelernt habe.

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1. Übermäßige Themafixierung

Das Thema, das ich mir ausgesucht habe ist für mich gerade nicht relevant oder nicht wichtig genug. Ich meine aber, es jetzt durchziehen zu müssen.

That’s a big fat NO. Das Unterbewusstsein sträubt sich nicht “einfach so”. Entweder fehlt noch ein wichtiges Puzzleteil, ich brauche noch eine Erfahrung dazu, oder ein anderes Thema ist gerade wichtiger.

Läuft also darauf hinaus, dass ich dem Prozess vertrauen muss. Wenn sich etwas gerade komisch oder blöd anfühlt, erstmal hinschauen statt weiterzudreschen. Dann kann ich immer noch feststellen dass ich gerade im Bequemheitsmodus bin und nen Arschtritt brauche. Bin ich aber echt gefrustet und schon im Begriff, mein Leben in Frage zu stellen wird das ziemlich sicher nicht der Fall sein.

Eine einfache Frage, um festzustellen, ob ich gerade faul bin oder bei mir bzw. meinem gewählten Thema irgendetwas faul ist und Aufmerksamkeit braucht:

Sitze ich hier und gebe mein Alles – aber es funktioniert einfach nicht – oder gebe ich mein Alles, mich abzulenken, um nicht mein Alles geben zu müssen?

There you go: 1. further inquiry needed; 2. SIDDOWN. Wie die Mittagspausenaufsichtslehrerin damals in der Grundschule immer so lieblich säuselte. (Soll heißen: Sit down. Auf die vier Buchstaben und ackern.)

Fun fact: Das Thema, das ich ursprünglich in diesem Eintrag behandeln wollte war genau dieses: when Durchziehen is frustrierend, just stahp and take a minute.

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2. Gedankenstau

Kennst du diese Videos von dem Gedränge, wenn vor einem Black Friday Sale alle Menschen versuchen, als erstes in den Laden zu kommen, wo auch schon welche zu Tode getrampelt wurden? So kann das für introvertierte Menschen im Hirn sein. Wobei, lassen wir mal das Wort “kann” weg; es ist immer so – wenn man sich nicht täglich aktiv darum kümmert, diese Gedankenmassen geordnet und gepflegt in die Welt zu entlassen, sodass sie nicht das “Coladose die zu lange in der Sonne gelegen hat, dann noch geschüttelt wurde und gleich explodiert”-Gefühl im Kopf verursachen das viele Introvertierte sicherlich aus ihrer Emo-Jugend kennen.

Das heißt für mich: täglich Tagebuch schreiben, so viel ich kann, und mich nicht dabei zensieren. Es sei denn ich ertappe mich beim Jammern, dann schreibe ich: Nein, das will ich jetzt nicht. Und wechsel das Thema. Erstaunlich wirksam ist das.

Besser noch ist es, danach noch die gleichen Themen mit einer Vertrauensperson abzuarbeiten – so werden sie, für mich INFJ zumindest, erst richtig real und greifbar auf eine Art, die automatisch alles besser macht.

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3. Nicht genug Bewegung

…ist eigentlich so ein bekanntes Problem und eine so selbstverständliche Lösung, aber genau wie “einfach mehr Wasser trinken” dann irgendwie doch nicht so leicht und selbstverständlich auf Dauer umzusetzen.

Ich habe früher gefühlte Jahre damit zugebracht zu analysieren, weshalb und wozu ich es so sehr ablehnte mich einfach zum Sport zu bewegen. Aber je mehr ich in diesem Zustand verweilte, desto weniger konnte ich mir vorstellen, es einfach zu tun. Wenn man da gerade so tief drinsteckt ist das auch nicht die Lösung, glaube ich. Es funktioniert halt auch nicht – wenn man drinsteckt, steckt man drin. Da hilft nur, sich langsam heranzutasten und für jedes bisschen dankbar zu sein.

Auf jeden Fall habe ich für mich festgestellt:

Lieber gleich vor die Tür gehen und zumindest zehn Minuten atmen, als mich der Gedankenschleife hingeben und mich schlecht fühlen.

Ich kann meinem Gehirn einfach nicht trauen wenn ich mich länger als einen Tag nicht ausgiebig bewegt habe. Ich muss dann besonders geduldig und achtsam mit mir sein, und mir einen liebevollen Tritt in den Hintern geben, das Minimum an Sauerstofftanken einfach zu tun. Für mich. Und alle Menschen in meiner Umgebung. Aber vorrangig für mich.

N.B. Laufen ist (für mich) wahrscheinlich noch viel wichtiger als die oben erwähnte Alltagskommunikation. Die tiefe Atmung an der frischen Luft, die sich schon nach fünf Minuten einpendelt wirkt sich so gravierend auf meine Gehirnleistung und emotionale Ausgeglichenheit aus wie kein CBD Öl der Welt (das hilft aber auch enorm!).

Beim Laufen übe ich außerdem die simple Tätigkeit des wörtlichen ein Fuß vor den anderen Setzens. Ich beschäftige mich mit dem Weg direkt vor mir, um am Ende immer wieder zu staunen, wie weit ich doch plötzlich gekommen bin.

Das alles wirkt sich mindestens drei Tage später noch auf die Qualität meiner Gedanken und meine Ausdrucksfähigkeit aus. Unzählige Autoren schwören auf die wundersame Wirkung von Ausdauersport auf das Schreiben, und zu Recht. Zum Schreiben ist mentale Ausdauer absolut notwendig. Wenn der Körper ausdauern kann, kann es das Gehirn auch. Simple Lösung, und das sind meistens die besten.

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4. Erwartungshaltung

Das betrifft einmal die Erwartungen an das Ergebnis des Schreibens:

Was bezwecke ich eigentlich damit? Informationsvermittlung? Reines Gedankensortieren? Ruhm, Gold und Geld?

Vor kurzem wurde mir bewusst, dass für mich* fast alles aufhört zu funktionieren, wenn ich damit versuche einen bestimmten Zweck zu erfüllen. Wenn das Wollen dem Tun in die Quere kommt. Ist einfach so. Alles verkrampft sich. Überall, und in jedem Lebensbereich.

Weiterhin kann ich auch Erwartungen an das Schreiben selbst haben, zum Beispiel:

Muss das Format, das sich hier zufällig durchgesetzt hat, jetzt wirklich immer so bleiben, mit vielen Fotos, lang und ausführlich, mit Subheadings und Links und Verweisen und allem? Kann ich mir erlauben, es mal ganz anders, vielleicht kürzer zu machen? Weniger Breite, mehr Tiefe, oder umgekehrt?

Diese langen Posts machen durchaus Spaß, aber ich glaube, keiner liest sie, weil zu lang. Kann ich nachvollziehen.

Vielleicht habe ich deshalb erst einmal die Gedankenausschüttung nach Instagram verlegt, weil ich dort keine konkreten Erwartungen an mich habe. Und? Bam. Gleich kommt ein Text raus, den ich zwar kurz halten wollte, weil Instagram, aber die Option ihn auf dem Blog etwas ausführlicher zu gestalten macht mir gleich Freude. Perfekt!

Dann ist mir hier wiederum, beim Schreiben dieses Textes, das vielleicht größte Geschenk dieser frustigen Wochen deutlich geworden: Ich möchte doch jetzt langsam mal das gesamte Format dieses Blogs anders gestalten. Ich denke im Moment darüber nach, das Philosophieren (bzw. Schelten, wie mir jetzt auch langsam auffällt…) und Rezeptieren zu trennen. Dazu stellt sich mir die Frage, was für Fotos ich für rezeptfreie Einträge nehme (hihi). Irgendwelche Stillleben von meinem Schreibtisch finde ich blöd – vermutlich wird der Wald herhalten müssen. Gefällt mir eigentlich ganz gut. Machen wir so! Double bam.

Heißt also, das hier wird vorerst der letzte Eintrag dieser Art! Hello neues Exoskelett!


*FÜR MICH. Kann ich nicht genug betonen. Diese Erkenntnis hängt nämlich mit meinem Human Design zusammen. Jeder Mensch ist verschieden. Hier geht es um die Motivation im Leben. Meine ist Unschuld. Es gibt fünf andere. Für dich könnte es also das Gegenteil sein – dass mit aktivem Wollen erst die richtig guten Dinge passieren.

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5. Last but probably most important: Selbstkasteiung

Mein letzter Eintrag war nicht so gut.

Viel zu lang, viel zu viel “ich”, viel zu viel Gelaber das ich hätte streichen können nachdem ich es mir einmal von der Seele geschrieben hatte. Interessiert es Menschen, dass ich immer zu wenig gesagt habe und jetzt hier alles rauslassen muss? Weiß ich nicht.

Und das ist der “Fehler”. Ich versuche seit einiger Zeit, mich ausschließlich auf mein Bauchgefühl zu verlassen, und bei diesem Eintrag hatte ich kein gutes – jedenfalls kein JA!. Ich wollte aber schnell weitermachen, wie ich schrieb, und darunter hat die Qualität gelitten. Und dann hat das schnell-weitermachen-Wollen gerade das verhindert. Ich habe mir lange unterschwellig vorgeworfen, mir einfach keine Mühe gegeben zu haben. Meine Güte, das Rezept war (unbeabsichtigt) noch nicht einmal zuende verfasst als ich den Eintrag publiziert habe!

Dieses NICHTGENUG-Gefühl lag mir noch schwer im Magen. Unverdaut. Ein anderes als der so lange praktizierte Perfektionismus. Ich habe mir nicht erlaubt, es besser zu machen – für mich – im Namen des glorreichen Weitermachens, und das funktioniert offenbar genauso wenig wie alles perfekt machen zu wollen.

Dann wollte ich wohl das Ganze wiedergutmachen, wollte darüber schreiben wie dieser Eintrag quasi zum Opfer des Plans wurde, und weshalb ich glaube dass Pläne (für mich) immer die richtige Intention brauchen: nämlich keine. Sie sollen nur strukturgebend sein. Da habe ich mich dann festanalysiert und kam wieder nicht zum Punkt.

Ja! Und jetzt?

Wie bisher setze ich einfach nur einen Fuß vor den anderen, wie beim Laufen, und das ist wohl immer das einizige und zugleich das beste, das tatsächlich für alle in jeder Lebenslage und für jede Art von Mensch funktioniert. Bird by bird.

Ich übe generell in allem was ich gerade hier in the Interwebz mache, darauf zu hören, ist es ein vollständiges JA!, oder schaltet sich mein Verstand ein und weiß es besser? Wenn Letzteres, lasse ich es erst einmal komplett bleiben und warte, bis sich dazu oder vielleicht zu etwas anderem ein 100% einstellt.

Nichts auf Biegen und Brechen. Ja!

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Laugendoughnut-stop-and-go

Vielleicht hatte die Blockade auch ein ganz kleines Bisschen mit diesem Rezept zu tun. Es wartet nämlich schon ewig. Flow also wenig vorhanden. Stop and go sozusagen, und das übertrug sich vielleicht auch auf das Schreiben selbst.

Ich habe seit Ende des vergangenen Jahres insgesamt fünf mal Laugendoughnuts gemacht – was ich keineswegs bedaure, aber meine Motivation, das Ganze zu verbloggen lässt doch immer deutlich nach wenn etwas so lange in den Seilen hängt.

Beim vorletzten Mal – von dem diese Fotos stammen – gab es tatsächlich die allerbesten Donuts, denn ich habe festgestellt dass Frischhefe den Teig doch noch um einiges fluffiger macht als meine geliebte italienische Mutterhefe (aka Lievito Madre, ein spezieller Weizensauerteig), entgegen meiner anfänglichen Begeisterung, ich könnte jetzt immer und auch ohne Hefe alles Fluffige backen. Leider nein. Eine Kombination mit minimaler Hefe ist nach wie vor sehr gut. Das Rezept unten braucht allerdings nur Hefe.

(Ich denke, es macht wenig Sinn hier Rezepte mit Lievito Madre zu verfassen – wer schon einen Ansatz hat, beschäftigt sich sowieso schon damit und merkt irgendwann, vielleicht auch beim Lesen dieses Eintrags, dass man beim jeweiligen Rezept einfach 20% der Mehlmenge durch die Lievito ersetzt, die Hefe auf ein Minimum – 1-2% der Mehlmenge – reduziert und sich mit der Flüssigkeit etwas zurückhält. Und bäm. Hefegeschmackfreie Fluffigkeit.)

Dann ist mir aber im Nachhinein aufgefallen dass die ganzen fancy Zugaben wie die Beerenganache und die gefriergetrockneten Beeren obendrauf eigentlich eher von der schlichten Genialität von Laugendoughnuts ablenken und wollte noch eine schlichtere Variante machen. Das war aber dem Ressourcenmangel geschuldet (hatte nicht mehr genug Natron zum richtigen Laugen und wollte es schnellschnell machen um den Eintrag noch vor Valentinstag fertigzustellen, Ironie des Schicksals) doch leider nicht so toll. Also gestand ich mir ein dass Beerenganache schon echt geil ist – ist sie! Und beließ es bei dieser Version der Geschicht.

Ich sage aber trotzdem dazu – das Ganze ist ja durch das Laugen noch ein wenig umständlicher als es schon normale Donuts sind – es lohnt sich auch wenn man sie komplett pur isst (kaum süß), nur in Zimtzucker wälzt (ganz geil aber mir zu zuckrig), oder nur eine Frischkäse- oder Tahiniglasur dazu macht (klarer Favorit!)

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Laugendoughnuts

mit Beerenganache und Frischkäseglasur
Oder Zimtzucker. Oder oder.

für etwa 20 Stück
Donuts via BBC good food, Justin Gellatly


Laugendonuts

500 g Mehl (Type 550)
60 g Zucker
10 g Frischhefe
4 Eier (Klasse M)
10 g Salz
125 g Butter, weich
120 g Natron
1-2 kg Butterschmalz oder Öl

Beerenganache

200 g gemischte Beeren, tiefgekühlt
55 g Zucker
80 g Edelbitterschokolade

Frischkäseglasur

50 g Frischkäse
120 g Puderzucker
Prise Salz

Gefriergetrocknete Beeren, ganz oder als Pulver, zum dekorieren


Am Vortag: Beerenganache herstellen

Gemischte Beeren mit dem Zucker in einem kleinen Topf erhitzen, bis der Zucker sich vollständig aufgelöst hat und die Beeren aufgetaut und heiß sind. Die Schokolade in einer kleinen Schüssel klein brechen. Die Beeren durch ein Sieb in die Schüssel drücken. Kurz stehen lassen, dann mit einem Teigschaber umrühren, bis die Masse homogen ist. Bis zur Verwendung im Kühlschrank lagern.

Teig herstellen

Mehl, Zucker, Hefe und Eier in die Rührschüssel einer Küchenmaschine mit Knethaken geben und auf niedrigster Stufe mischen. Etwa 100 ml Wasser schluckweise dazugeben bis ein Teig sich gebildet hat, der sich vom Schüsselrand löst. 20 Minuten ruhen lassen. Salz und Butter zugeben und etwa 10 Minuten auf erster Stufe einkneten, dann noch 5 Minuten auf zweiter Stufe glatt kneten. Schüssel mit Frischhaltefolie abdecken. Eine Stunde bei Raumtemperatur ruhen lassen, dann 8-10 Stunden bzw. übernacht im Kühlschrank lagern.*

Pseudo-Lauge herstellen**

Am nächsten Morgen den Backofen auf 150°C vorheizen. Das Natron in eine flache, ofenfeste Form mit mindestens 20 cm Durchmesser geben. Eine Stunde backen. Herausnehmen und 0,5 L Wasser dazugießen, gut umrühren. Wenn sich Klumpen gebildet haben, das Ganze noch durch ein Sieb gießen und dann zurück in die flache Form geben.

Teiglinge formen

Während das Natron backt, den Teig aus dem Kühlschrank holen. Ein Backblech oder Brett gut bemehlen. Eine Waage bereitstellen. Mit einem Löffel oder den Händen 50-60 g Stücke vom Teig abreißen, zu einer Kugel formen und etwas platt drücken. Ggf. vor dem Formen gut in Mehl wälzen, der Teig ist recht klebrig. Mit einem Finger ein Loch in die Mitte der Kugel machen und den Teigling kurz um einen Finger herumdrehen um das Loch zu vergrößern. Auf das Blech legen und nochmal platt drücken. Wiederholen, bis der Teig aufgebraucht ist.

Die Teiglinge jetzt noch eine Stunde ruhen lassen.

Donuts ausbacken

Einen schweren (nach Möglichkeit gusseisernen) Topf auf den Herd stellen, ein Küchenthermometer hineinklemmen und das Fett darin auf 170°C erhitzen. Es sollte im Topf mindestens 3-4 cm hoch sein.

Neben dem Topf die Form mit der Pseudo-Lauge und eine Schaumkelle bereitstellen, sowie eine andere Form mit kaltem, klarem Wasser zum Abspülen der überschüssigen Lauge. Ein zweites Backblech oder einfach ein paar Küchentücher für die fertigen Donuts auf der Arbeitsfläche auslegen. Außerdem einen zweiten Schaumlöffel/-kelle neben dem Topf für die Donuts bereitlegen, sowie Handy bzw. Eieruhr. (Nur eine Schaumkelle zum Ausbacken und Laugen zu verwenden ist schwierig, schon allein weil die immer wieder nass wird und das Fett dann extrem spritzt.)

Zur Veranschaulichung:

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Nun 3-4 Teiglinge von möglichst viel Mehl befreien, in die Pseudo-Lauge geben und Eieruhr bzw. Handytimer auf 3 Minuten stellen. In der Zeit kalten Kaffee trinken. Oder einfach auf die Uhr starren.

Wenn 3 Minuten rum sind, die Teiglinge aus der Pseudo-Lauge vorsichtig in das kalte Wasser zum Abspülen geben. Gleich 3-4 weitere Teiglinge pseudo-laugen, das dauert nämlich länger als das Ausbacken selbst. Die sich nun im Abspülbad befindenden Teiglinge gut auf dem Schaumlöffel abtropfen lassen und vorsichtig ins Fett gleiten lassen. Etwa ein bis zwei Minuten auf jeder Seite ausbacken – sie sollten einen Tick dunkler werden als ganz normale Laugenbrötchen.

Herausnehmen und auf dem Küchenpapier abkühlen lassen. Wenn sie in Zimtzucker gerollt werden sollen, sollte der auch schon in einem flachen Behälter bereitstehen und die Donuts nach einer Minute Abkühlzeit mit Bedacht dort hineingeschmissen werden.

Fortfahren, bis alle Donuts gebacken sind. Zwischendurch sollte das Wasser im Abspülbad mindestens einmal gewechselt werden.

Glasur herstellen, Donuts füllen & dekorieren

Frischkäse mit einem Schluck Wasser mit einem kleinen Schneebesen oder einer Gabel glattrühren. Puderzucker und Salz zugeben und rühren, ggf. mit einem weiteren Schluck Wasser etwas verdünnen, die Glasur sollte aber noch streichfähig sein, sonst fließt sie wie bei mir 🙂

Mit einem kleinen Messer 4 kleine Löcher in ein Donut stechen. Die vorbereitete Beerenganache in einen Spritzbeutel mit kleiner Lochtülle füllen. Durch die Löcher den Donut mit Ganache füllen, gerade so bis ein bisschen oben heraus kommt. Die Glasur ebenfalls in einen Spritzbeutel füllen (oder einen Löffel nehmen). Auf die gelochte Seite spritzen. Mit ein paar gefriergetrockneten Beeren dekorieren.

Essen, oder bei Raumtemperatur in einem luftdichten Behälter bis zum nächsten Tag aufbewahren.


Hinweise

*Ich habe die Stunde bei Raumtemperatur weggelassen und den Teig dafür etwa 16 Stunden gelagert. Kein Problem.

**Benötigt weder Sicherheitsbrille noch Handschuhe und erzielt fast denselben Effekt wie echtes NaOH. Ist dennoch nicht ungefährlich, Kontakt sollte vermieden werden. Vorsichtshalber kann man natürlich, auch wenn nicht dringend notwendig Handschuhe anziehen. (Habe ich nicht gemacht, dafür panisch jedes Mal wenn meine Hand einen Tropfen berührt hat unter Wasser gehalten. Wahrscheinlich übertrieben.) Zugegeben, man braucht echt viel Natron, aber die Version mit wenig, ungebackenem Natron in kochendem Wasser hat für mich immer viele Wünsche offengelassen, d.h. einen ziemlich unbefriedigenden Laugeneffekt erzielt. Eine vollständige Erklärung dazu findet sich hier.

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