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Vor exakt einem Jahr habe ich diesen Text geschrieben.

Ich möchte mir selbst den Druck nehmen. Ich hatte sehr genaue Vorstellungen, wie dieses Bloggen jetzt getan werden müsste. Ein Blogeintrag pro Woche, jeden Tag eine Instagram-Story mit einem Impro-Rezept, jeden Tag oder besser zweimal am Tag einen Instagram-Post mit Teasern, Throwbacks und Gedanken des Tages. Dazu noch eigentlich Facebook, das ich vor einem Jahr mit gutem Gewissen vom Handy gelöscht hatte weil ich erkannt hatte, welche negativen Konsequenzen diese Plattform für meine Psyche hat.

Ich schaffe das einfach nicht. Diese Woche begann mit Erschöpfung. Das Wochenende war anstrengend. Viele Menschen. Jedenfalls für mich, gerade, zu viele. Der kleine Kobold hat es gemerkt und mich durch ständiges Unzufriedensein, was aber auch ziemlich sicherlich ein Wachstumsschub war, gezwungen, ein paar Tage nicht 120% produktiv zu sein. Montagmorgen lag ich nur im Bett. Ich brauchte das, ich war todmüde. Dass das Rezept für diese Woche quasi schon vollendet war und nur noch angemessene Deko brauchte trug auch dazu bei, dass die Luft irgendwie raus war.

Weiter hinzu kam die Überforderung mit Instagram. Ich bin ein empfindlicher Mensch, und der mir selbst auferlegte Druck, dort etwas aufzubauen tut mir gerade nicht gut. Ich habe beschlossen, drei Gänge runterzuschalten und mich zunächst ausschließlich auf den Blog und die Qualität hier zu konzentrieren, und Instagram nebenbei laufen zu lassen, so wie ich es schaffe – mir NULL Druck dort zu machen. 

Ich beginne gerade, mein Leben wieder aufzustellen. Los ging es mit der Trennung vom Koboldpapa. Jetzt habe ich mich auch vom Arbeitsamt getrennt, in der Absicht auch den Behörden gegenüber authentisch zu leben und nichts vorgaukeln zu müssen, was so nicht funktioniert. Ich ging also gestern zum Jobcenter und wurde dort quasi mit offenen Armen empfangen.

Ab sofort gebe und nehme ich mir die Zeit, alles zu meiner Zufriedenheit zu tun, ohne Druck, es auf eine bestimmte Weise für mehr Follower oder Klicks zu tun. Ehrlich gesagt hat mich die Stimme, die Anfangs hier und bei Instagram sprach, völlig irritiert. Sie war verkrampft und inauthentisch und aufmerksamkeitsgeil. Genau das wollte ich nicht als ich die zündende Idee für diesen Blog hatte. Ich wollte Echtheit, ich wollte ich sein. Was mir allerdings noch mehr Irritation bereitet ist meine gefühlte Unfähigkeit, mich auf Deutsch genauso – authentisch – auszudrücken.

Ich habe den Großteil meines Lebens fast ausschließlich Englisch gelesen, und das merkt man/ich. Ich denke auf Englisch. Teilweise träume ich auch noch auf Englisch, und das alles obwohl ich seit bald 15 Jahren nicht mehr in Kanada wohne. Das letzte Mal war ich in einem englischsprachigen Land vor 1,5 Jahren für zwei Wochen in Irland, und davor vor 7 Jahren in Kanada. Fazit: Ich lese ziemlich viel Englisch.

Dieser Blog sollte zu einer unterhaltsamen, lustigen Alternative für Deutsch-Foodblogs werden, weil mich die Texte auf vielen anderen wirklich zu Tode langweilen. Einen Ausbruch aus dem standard-gestylten Food-Foto wollte ich auch wagen, weil das Styling für mich immer so unfassbar realitätsfern wirkt. Natürlich trägt es zu ansprechenden Bildern bei. Ich finde solche Bilder auch schön. Aber was ist hinter der Schönheit? Inszenierung, die so tut, als wäre sie keine. Mag ich nicht.

Mein Rebellieren gegen das Allgemeinfunktionierende hat mich allerdings auch noch nie wirklich weit gebracht im Leben – im Gegenteil, wenn ich einmal wirklich mitgespielt habe, und das so gut ich nur konnte, habe ich große Sprünge nach vorn gemacht.

Ich habe Beth Kirbys Arbeit diese Woche sehr genau studiert und komme immer wieder zu dem Schluss – ich möchte so schreiben wie sie. Das macht aber keinen Sinn, das geht nicht, ich bin nämlich ich und ich schreibe Deutsch, nicht Englisch. Ich schreibe so, wie ich schreibe. Ich bin – war jedenfalls noch nie – ein Mensch von großen Umschreibungen, Aufzählungen und bildhaften Beschreibungen. Ich möchte es aber sein, weil es dermaßen gut funktioniert. Ich bin aber zu faul dazu, um es ganz plump auszudrücken. Wenn ich einen Text beginne, der in diese Richtung geht, betätigt mein Hirn den Not-Aus-Knopf. Ich langweile mich selbst zu Tode beim Schreiben, ganz zu schweigen vom Frust, den diese Art bei mir auslöst. Vielleicht ist der Not-Aus-Knopf doch ganz angebracht.

Ich weiß dass Schreiben an sich eine anstrengende Sache ist, und für mich mehr als für andere, wenn man nach MBTI geht, und doch noch wichtiger als für andere. Schreiben bringt mich näher an mein wirkliches Ich. Schreiben hilft mir, gesund zu sein.

Liebes Damals-Ich,

Lass die genauen Vorstellungen los – sie schränken dich ein.

Aber: du bist weiter als du denkst, und es wird bald noch besser.

Zieh das mit dem nicht-planen durch – nicht „den Plan“.

Nicht alles braucht Deko – ohne ist meistens sogar besser.

Die ursprüngliche Intention („Echtheit“. Tss.) für den Blog war zwar eigentlich purer Egoismus, aber who gives. Es hat den Stein ins Rollen gebracht. Danke, Damals-Ich. I owe you a hundred.

Übrigens – die Intention „rein“ zu halten wird deine größte Aufgabe sein, bleibt es ein Jahr später immer noch, und wird es vermutlich noch die nächsten 50 Jahre.

Englisch, Deutsch, Englisch, Deutlisch, Engleusch – glaub es oder nicht, diese Frage wird dich fast 6 Monate am Stück beschäftigen, bis du dich gegen eine Entscheidung entscheiden wirst (stay tuned.)

Unterhaltsam und lustig ist Code für eh ich hab kein Plan was ich schreibe also schreibe ich den Müll auf der gerade in meinem Kopf ist und naja why not kann man ja auch mal machen (aber erwarte nicht, dass das irgendjemand lesen wird). Abgesehen davon ist negative Motivation zwar durchaus Motivation, aber nicht zu verwechseln mit „ich mache es weil ich es besser kann ätsch, ihr werdet schon sehen.“ Mach es weil du WILLST – nicht um besser zu sein. Gottseidank sind wir jetzt an diesem Punkt angekommen.

Oh, the places you’ll go. Ungestylte Food-Fotos waren erstmal so semi, aka doch sehr gestylt. Dann wurden sie langsam besser, nach der Pause. Jetzt habe ich wieder eine neue Richtung eingeschlagen. Wir lernen: Meine niemals, du könntest dich von heute auf morgen einfach „festlegen“ und es dann „durchziehen“. Nee. Du bewegst dich in Sprüngen, wie du schon weißt. Also erwarte ja keine Kontinuität von dir. Du wirst dich ständig weiterentwickeln und das ist GUT.

Rebellieren gegen das Allgemeinfunktionierende kann aber tatsächlich für dich funktionieren – wenn du in dem Zusammenhang aufhörst, gegen das Rebellieren zu rebellieren, und es nimmst wie es kommt. Es macht durchaus Sinn.

Schreiben?!

Ich habe noch NIE IN MEINEM GANZEN LEBEN so viel geschrieben wie im letzten Jahr. Mehr als 80% davon hat die Welt nie gesehen. Gut so. Der Müll muss raus, aber nicht ungefiltert (s.o.) Und: ja, es ist anstrengend. Aber es sollte nicht frustrierend sein. Wenn es das ist musst du dir entweder was anderes zu tun suchen oder das Thema ändern. Musst du. No way around it.

Schreiben hilft dir, gesund zu sein.

100%, absolut, ja, korrekt.

Ich freue mich so sehr auf die kommenden 50 Jahre.

 

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